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1. Mai 2019 Von surfskate

Bangfish Surftruck

Bangfish Surftruck ab Juni im Handel

Ich habe keine Ahnung, wieso mir immer der eine Song von NOFX mir immer durch die Synapsen ballert, wenn ich an Bob Linninger von Bangfish Trucks denke. Wahrscheinlich weil der Song einfach nur „Bob“ heißt. NOFX Sänger Fat Mike hat auf die Frage, was genau er mit dem Song aussagen will, geantwortet:

„Ich mag Bob (den Song) nicht.“

Bis auf eine Zeile, in der Fat Mike die oben genannte Textstelle singt, hat der Song eigentlich auch gar nichts mit Bob zu tun. Bob trinkt nicht und er tritt niemanden bei Punk Konzerten zusammen. Die einzige Ahnlichkeit mit der besungenen Person ist, dass er ebenfalls einen Bruch in seinem Leben vollzogen hat und einen kompletten Neuanfang wagte. Vor etwa vier Jahren sahen wir ihn zum ersten Mal. Auf der ISPO trafen wir ihn und er stellte eine seiner Achsen vor. Das heißt, eigentlich stellte er sie nicht direkt vor, zumindestens nicht so, wie man dies von einer großen Firma erwartet, die einen Haufen Geld für den Messestand bezahlt hat. Im Jahr darauf war er weiter. Er präsentierte eine Boardserie und die passenden Rollen mit Magnesiumkern.

Während alle anderen den Erfolg des Longboardings und sich selbst feierten, saß er vor seinem abgesteckten Claim und schraubte mit allerlei Werkzeug, aufgeklapptem Laptop samt Konstruktionsplänen an seinen Achsen herum. Diese waren dann so kompliziert und der Markt bereits übersättigt mit Trucks in allen Varianten, dass sie kaum beachtet, unter Wert in der Timeline des Skateboardings untergingen. Wir hatten bereits in früheren Ausgaben des 40inch Magazins immer wieder über seine Lebensgeschichte geschrieben, die mindestens genauso eindrucksvoll ist, wie die von Abraham Paskowitz. Bob hatte einen guten Job im mittleren Management gekündigt, sein Haus verkauft und ist nach China gegangen, um dort DIE perfekte Achse zu bauen. Diese floppte dann leider. Zu kompliziert war sie, im Endeffekt zu teuer – und doch war sie genial. In den Folgejahren fand man ihn in der ISPO Longboard-Embassy immer wieder mit neuen oder modifizierten Achsen. Das Bild war immer dasselbe. Er, sitzend vor dem Messestand am schrauben und löten. Als er im Januar 2018 dann einen Surfskatetruck vorstellte, dachten wir: Er hat es geschafft!

Die Achse war wirklich gut durchdacht. Ohne Spielereien wie mannigfaltige Einstellungsmöglichkeiten und viel Knöpfen und Schaltern, naja beinahe wenigstens. Doch Patentprobleme stoppten ihn, bevor er sie in Serie geben konnte. Jeder hätte nach Jahren erfolgloser Arbeit die Achse ins Korn geworfen. Aber nicht dieser Ami, der mittlerweile sogar einer der wenigen ausländischen Inhaber einer Fabrik in China ist.

ISPO 2019 – das Surfskaten rollt auf seinen Höhepunkt zu. Viele neue Firmen buhlen um Kunden. Die einen mit schlechten Kopien, die anderen mit innovativen Erfindungen. Einen Big Point hat seit Stephan Augustin, der mit seinen Curfboards überzeugendes ablieferte, keiner mehr gelandet. Bob sitzt wie erwartet mit einem Bier vor seinem Stand und baut auf. Eigentlich baut er nicht auf. Er stellt einen Stuhl hin, seine Koffer – wie immer kommt er mit seinem ganzen Gepäck zur Messe. Das Gepäck samt halben Messestand packt er jeden Abend auch wieder zusammen, um es in sein Hotelzimmer zu schleppen. Auch dort wird er schrauben und löten.

Am Messestand zückt er eine Achse aus dem Koffer. Sie erinnert an eine Mischung aus Avenue und Carver CX. Es beginnt das übliche Feintuning an den eigentlich fertigen Trucks und er betrachtet sein Werk indem er seinen Kopf leicht zur Seite neigt. Er sieht, wie auch wir, ein Paar simple Surfskateachsen! Fertige Achsen. Verkaufsfähig und durchaus in der Lage in Masse erfolgreich produziert zu werden. Das ist das, was wir von ihm sehen wollten. Die ganze Skateboardindustrie gönnt ihm den Erfolg. Wir werden auf dem Greenskate in Köln seine Achsen testen und den Test dann veröffentlichen. Preismässig unterläuft er alles, was derzeit am Markt ist und funktioniert. Mit einem Verkaufspreis von 39 Euro kann man dann sein Board mit der Vorderachse ausstatten. Ein Set für unter 70 Euro erhältlich sein. Falls du also in den Genuss kommst, eine seiner Achsen zu fahren, dann denke daran – diese Teile sind aus einer Passion heraus entstanden, die viele nicht nachvollziehen können und definitiv die ausgetüftelsten Teile, die du je unter deinem Board haben kannst.