One Night in Bangkok - Schwarzmarkt für Surfskateboards

1000 Euro
für ein Surfskate?

Es sind irre Geschichten, die sich immer wieder in unserer Branche abspielen. Erst diese Longboardtour von Youtubern, die für einen Ausverkauf aller Longboards in Deutschland sorgte. Dann plötzlich – NULL Verkäufe – gefolgt von unzähligen Geschäftsaufgaben und insolventen Firmen in der Branche. Und jetzt das…

Vor ein, zwei Monaten fing es an. Eine Bestellung aus Thailand wurde im Onlineshop angezeigt. Ich dachte mir:“Oh nee… bitte nicht.“

Die Zollformalitäten, hohe Versandkosten und warum in Gottes Namen steht Thailand eigentlich als mögliches Versandland im Onlineshop. Also fix auf Rückzahlung gedrückt. Paypal richtet es und storniert die Bestellung. Onlineverkauf – Schöne neue Welt.

Am nächsten Morgen stellte ich fest, dass das Geld auch sofort zurückgebucht worden ist. Aber der Paypal-Account platzt aus allen Nähten und der gute Mann hat direkt noch einmal bestellt.

Statt Claudia und Christopf standen plötzlich Namen wie Suwaparn, Suthasinee oder auch เมืองสมุทรสงคราม in den Onlinebestellungen. Und zwar nicht nur ein, zwei oder drei Namen. Es war, als wenn ich einen Onlineshop nur für Thailand betreibe. Einmal mit dem Thema befasst, erschien mir die Zollformalität nicht als unüberwindbare Hürde – bedenkt man wie oft und lange Kunden erfolglos offline beraten werden. Nach ein paar Bestellungen realisierte ich jedoch, dass die Versandkosten 150 Euro betragen würde, wenn jemand mehr Boards bestellt. Also passte ich die Preise an. Und zwar in einem Rahmen, der kein Minus mehr in den Versandkosten hinterliess. Nun würde sich das Bestellvorkommen bestimmt von alleine erledigen. Doch Suwarparm und seine Kumpels schien das noch mehr zu befeuern. Die Zahl der Besucher aus Thailand war mittlerweile auf 60% hochgeschossen. Irgendwer hate in einem Forum in Thailand unsere Adresse gepostet. Zeit, die Notbremse zu ziehen! Rechtzeitig, denn hätte ich das weiter zugelassen, dann wären 100% der Boards nach Thailand gegangen. So konnte ich das ganz stoppen und die Boards für den deutschen Markt blockieren.

Aber woran liegt diese Explosion in Sachen Surfskateboards? In den thailändischen Medien scheint das Thema Surfskating mittlerweile so präsent zu sein, wie hierzulande der Coronavirus.

Ich kontaktete ein paar Leute, de ebenfalls Shops  oder eine Distribution haben. Egal wo ich mich meldete, ob Spanien, Frankreich oder USA – überall das gleiche Bild. Die meisten Anfragen und Bestellungen kommen aus Thailand. Auch hierzulande hat das Ganze für einen Boom gesorgt. Die Shops versenden viel Zeug nach Südostasien. Thailand mit seinen 70 Millionen Einwohnern ist ein relativ bevölkerungsreiches Land. Das erklärt die schiere Masse an Bestellungen. Aber auch das Wetter dort und die teilweise guten Straßen sorgen für ein extremes Wachstum.

 

Laut diversen Facebookeinträgen, treibt das Surfskaten im schönen Bangkok nicht nur die Leute auf die Straße, sondern auch die Preise gewaltig nach oben. Alle Distibutoren vor Ort sind längst ausverkauft. Folglich kaufen die Thais ihre Boards im Ausland. Oft auch mehr als ein oder zwei Boards, um sie dann zu einem Preis zu verkaufen, der weit weg von gut und böse ist. Smoothstar, Yow, Carver oder auch Slideboards werden mit bis zu 1000 Euro (!) auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Und ich Idiot hatte nur die Versandkosten hochgesetzt.

Wird es bald zu einem solchen Szenarion in Deutschland kommen? Werden wir aus den Fehlern lernen und diesen Sport als Sport etablieren oder wird er wie Rollerblades, Longboards und andere Trends in den Kellern der Republik landen.

Wegen der großen Anfrage nehmen wir derzei keine Bestellungen über dieses System entgegen! Bitte Bestellungen auf www.slide-surfskateboards.de durchführen. Ausblenden